Land & People
Land und Leute
Geographie
Der Staat Panama hat eine Fläche von 75.517 km², davon sind 210 km² Binnenwasserflächen. Seine Küstenlinie ist 1.915 km lang. Panama nimmt den schmalsten Teil der zentralamerikanischen Landbrücke ein, die hier vom Panamakanal durchbrochen wird. Die zentralamerikanische Kordillere, die Panama küstenparallel durchzieht, trägt im Westen mit dem Vulkankegel des Volcán Barú (3477 m) den höchsten Berg des Landes. Die am dichtesten besiedelten Gebiete liegen an der pazifischen Küste und um die Kanalzone. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Städten (siehe auch: Liste der Städte in Panama) Panama grenzt im Westen an Costa Rica mit (330 km) und im Osten an Kolumbien mit (225 km). Die Landesgrenzen haben eine Gesamtlänge von 555 Kilometer.
Die Bevölkerung
Die amtliche Bezeichnung der Einwohner lautet „Panamaer/in". Umgangssprachlich wird auch oft die Bezeichnung „Panamenier" abgeleitet von span. „Panameños" oder Englisch „Panamanians" benutzt. Zwei Drittel (rund 60 %) der Panamaer sind Mestizen, also Mischlinge aus Indios und Europäern. Sie leben vor allem im Westen (in den Provinzen Coclé, Herrera und Veraguas, wo sie bis zu 90 % der dortigen Bevölkerung ausmachen). Die zweitstärkste Gruppe bilden die Schwarzen und Mulatten mit ca. 15 % (in den Provinzen Darién und Bocas del Toro, jeweils um 50 %). Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen, die jeweils die Hälfte aller Afropanamaer ausmachen. Sie stammen meist entweder von Spaniern aus Afrika verschleppten Sklaven ab und sprechen daher spanisch, oder sie stammen von Einwanderern von den westindischen Inseln ab, welche somit einem kreolischen Englisch mächtig sind. Auf die Afropanamaer folgen mit 13 % die Kreolen (Weiße; in den Provinzen Panamá, Los Santos, Colón und Chiriquí über 15 %).
Die Indigenen haben einen Anteil von 8,3 % an der Bevölkerung (größte Gruppen: Guaymí und Cuna). Asiaten haben einen Anteil von rund 4 % an der Bevölkerung.
Verhalten
In Panama wird sehr viel Wert auf die äußere Erscheinung gelegt. Vor allem in der Hauptstadt sind Menschen mit kurzen Hosen eine Seltenheit. Man wird zwar nicht schief angeschaut wenn man mit kurzer Hose herum geht, aber man ist doch eindeutig als Tourist identifizierbar. Wenn man vorhat einen Club in Panama-Stadt zu besuchen, gehören elegante Schuhe, eine schöne Hose und ein Hemd auf jeden Fall ins Reisegepäck. In Panama geht es, vor allem im öffentlichen Bereich, sehr förmlich zu, man sollte deshalb bei der Anrede immer die Höflichkeitsform wählen.
Sprache
Ganz ohne Spanisch ist eine Reise durch Panama relativ schwierig. Englisch wird nur auf der Inselwelt Bocas del Toro gesprochen. Auch in Panama-Stadt und speziell in Boquete findet man immer wieder Leute, die Englisch sprechen, da dort sehr viele Amerikaner und Canadier wohnen. Sonst kann aber kaum jemand Englisch. Eine Hilfe ist ein spanischer Sprachführer.
Einkaufen

In Panama-Stadt und David ist das Einkaufen grundsätzlich kein Problem, die Einkaufsmöglichkeiten unterscheiden sich kaum von denen in europäischen Städten. Es gibt mehr als ausreichend viele Einkauszentren in jedem Teil der Stadt; Dinge des täglichen Gebrauchs findet man überall in Kiosken und kleinen Geschäften, genannt Mini Super. Einschränkungen muss man nur bei speziellen Artikeln hinnehmen. Hierzu gehören Heimwerkerartikel, in Europa übliche Speisen, Getränke und Gewürze (z.B. Hartkäse, manche Fruchtsäfte oder Basilikum) sowie Badartikel. Auch auf dem Land findet man meistens gute Supermärkte, bei denen man alle Artikel für den täglichen Bedarf bekommt. Nur in sehr abgelegenen Dörfern findet man meistens nur das notwendigste. Beliebte Souvenirs sind vor allem die Mola und der Panamahut. Die Mola ist eine handgemachte Stickerei, die die Blusen der Kuna Indianer verschönert. Die Kuna bieten die Mola in ganz Panama an. Ein beliebter Platz um die Mola und andere Handarbeiten zu kaufen ist El Valle. Der Panamahut, der eigentlich aus Ecuador stammt, wird in ganz Panama verkauft und ist die traditionelle Kopfbedeckung der Männer in Panama und ein schönes Mitbringsel. Die Landeswährung in Panama ist der Balboa. Dieser existiert jedoch nur in Münzform und ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, der das Hauptzahlungsmittel ist. Die Balboa-Münzen sehen von der Form her gleich aus wie die US Dollar Münzen. Kreditkarten werden in der Hauptstadt und in den Touristenzentren meistens akzeptiert (vor allem Visa und Mastercard), in abgelegeneren Gegenden sollte man aber immer genügend Bargeld mithaben.
Die Währung
Die Währungseinheit von Panama ist der Balboa (PAB), dabei ist 1 PAB in 100 Centésimos unterteilt. Der US-Dollar ist ebenfalls offizielles Zahlungsmittel. Der Balboa ist 1 zu 1 an den US-Dollar gekoppelt. Neben US-Cent-Münzen sind auch Balboa-Münzen im Umlauf. Ab 1 PAB/USD wird nur noch mit US-Dollar-Scheinen bezahlt. Die Nationalbank von Panama ist die 1904 gegründete Staatsbank.
Religion
Die Bevölkerung Panamas ist überwiegend christlich; 78–80 % sind Katholiken und 15 % Protestanten (hauptsächlich Adventisten und Anhänger der Pfingstbewegung. Es gibt jeweils ungefähr 10.000 Juden und Muslime).
Die Geschichtee Panamas
Die Geschichte Panamas ist durch ein reichhaltiges präkolumbisches Erbe geprägt, welches sich über mehr als 12.000 Jahre erstreckt. Die ältesten Spuren dieser indigenen Völker sind unter anderem Pfeilspitzen. In Zentralpanama lagen die ersten Dörfer Amerikas, in denen Töpferei betrieben wurde, so zum Beispiel die Monagrillo-Kultur im Zeitraum von 2.500 bis 1.700 v.Chr. Aus diesen entwickelten sich bedeutende Ansiedlungen, deren Bekanntheitsgrad aus den Gräbern der Conte-Ausgrabungsstätte (500-900 n.Chr.) und der polychromen Töpferei des Coclé-Stils resultiert.
Im Jahr 1821 spaltete sich Panama von Spanien ab und wurde Teil von Großkolumbien unter Simón Bolívar.
Mit Unterstützung der USA spaltete sich das heutige Panama nach dem Panamakonflikt am 3. November 1903 von Kolumbien ab. Gleich darauf unterzeichnete Philippe Bunau-Varilla als panamaischer Unterhändler den Hay-Bunau-
Varilla-Vertrag, der den USA erlaubte, den Panama-Kanal zu bauen und gleichzeitig die Hoheitsrechte für das Gebiet um den Kanal für sich zu beanspruchen. Es entstand dabei die Panamakanal-Zone. Zwischen 1904 und 1914 errichteten Ingenieure der US Army den Panama-Kanal. Erste Arbeiten an dem Kanal hatten allerdings schon unter französischer Führung im Jahre 1881 begonnen.
Von 1959 bis 1962 wurde die „Puente de las Américas”, eine den Kanal überspannende Brücke, unter den US-Amerikanern erbaut, die über 40 Jahre die einzige Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika bleiben sollte. Am 15. August 2004 wurde eine zweite Brücke namens „Puente del Centenario” unter der scheidenden Präsidentin Mireya Moscoso eröffnet. Sie wurde allerdings erst 2005 in Betrieb genommen.
1964 kam es in der Panamakanalzone zum Flaggenstreit zwischen den USA und Panama.
Am 7. September 1977 wurden die Torrijos-Carter-Verträge unterzeichnet (dem Vertrag den Namen gegeben haben der damalige De-facto-Präsident Panamas, Omar Torrijos, und der damalige US-Präsident Jimmy Carter), der die Übertragung der gesamten Kanalzone von den USA an Panama bis Ende 1999 zusicherte.
Im Dezember 1989 wurde der Diktator Manuel Noriega, der Panama nach dem mysteriösen Tod von Omar Torrijos 1981 mit Hilfe des Militärs regierte, durch die USA (unter George H. W. Bush) in der Operation Just Cause gestürzt. Bis zu seinem Sturz war Noriega einer der wichtigsten Verbündeten der Vereinigten Staaten in Mittelamerika.
Am 31. Dezember 1999 um 12:00 Uhr nach dem Toriijos-Carter-Vertrag, wurden das gesamte US-Gebiet entlang des Kanals sowie alle US-amerikanischen Militärbasen offiziell an Panama übergeben.
Seit Juli 2009 ist Ricardo Martinelli (57) Präsident Panamas.
Am 22. Oktober 2006 wurde in einer Volksabstimmung für den Ausbau des Panama-Kanals entschieden. 78 % der Bevölkerung stimmte für den Ausbau (bei einer Wahlbeteiligung von 44 %). Der Kanal, eine der Haupteinnahmequellen des Landes, hatte seine Kapazitätsgrenze von 14.000 Schiffen pro Jahr erreicht.
Last Updated (Tuesday, 04 May 2010 10:51)












